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  Das Unglück der ADOLPH BERMPOHL
 
 
Das Unglück der  „ ADOLPH BERMPOHL “
 
"Adolph Bermpohl“  im Hafen von List auf Sylt Adolph Bermpohl" nach der Katastrophe
 
Der Seenotkreuzer "Adolph Bermpohl" gehört zu einer Serie von drei gleichen Schiffen, welche Mitte der sechziger Jahre von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Dienst gestellt wurden. Mit den beiden Schwesterschiffen "Georg Breusing" (Tochterboot "Engelke up de Muer") und "Arwed Emminghaus" (Tochterbooot "Alte Liebe") gedachte man bei der Namensgebung den drei Gründervätern der DGzRS.
 
Die erste Dienststation des SKR „Adolph Bermpohl“ war die Insel Helgoland. Hier kam es am 23. Februar 1967 bei orkanartigem Sturm zu einem schweren Unglück. "Adolph Bermpohl" war ausgelaufen, um einen in Seenot geratenen holländischen Fischkutter zur Hilfe zu eilen. Drei Fischer konnten dabei auf das Tochterboot übernommen werden. Über Funk meldete die Besatzung das Ende der Rettungsmaßnahme, und daß man nach Helgoland zurückfahren würde. Den Hafen erreichte das Schiff jedoch nicht.
 
Am nächsten Morgen wurde "Adolph Bermpohl" schwer beschädigt, aber voll schwimmfähig und mit laufenden Motoren auf ebenen Kiel treibend, in der Nordsee gefunden. Von der Besatzung fehlte jede Spur. Einige Zeit später wurde auch das Tochterboot kieloben treibend gefunden.
 
Die tatsächlichen Geschehnisse lassen sich nur rekonstruieren. Vermutlich wollte man versuchen, die Fischer, aufgrund ihres schlechten Zustandes, vom Tochterboot an den Rettungskreuzer zu übergeben. Als das Tochterboot dann längsseits ging, muß eine gewältige See über dem Rettungskreuzer gegangen sein. Vermutlich wurde dabei das Tochterboot vom Rettungskreuzer unter Wasser gedrückt. Ölspuren im Maschinenraum zeugen dabei von einer Schlagseite von 90 Grad. Der Rettungskreuzer selbst wurde schwer beschädigt. Insbesondere an den Aufbauten und dem oberen Steuerstand waren schwere Schäden zu verzeichnen. Der Mast war nach hinten weggeknickt.
Nach dieser Katastrophe wurde der obere offene Steuerstand mit einer Überdachung versehen. Diese Maßnahme hat sich jedoch im Einsatz nicht bewährt, so daß sie keine Verwendung bei weiteren Neubauten fand. Der Grund war u.a. die eingeschränkte Rundumsicht. Vom oberen Steuerstand wurde das Schiff nur im unmittelbaren Einsatzgebiet gesteuert. Ein weiterer wettergeschützter Steuerstand befindet sich im vorderen Teil des Deckshauses. Inzwischen wurden jedoch einige Neu- und Umbauten mit geschlossenem oberen Fahrstand gebaut. Diese sind in erster Linie für den Einsatz bei Schiffsbränden gedacht, um auch bei starker Rauchentwicklung möglichst nah an das havarierte Schiff zu gelangen. Dabei wird in diesem Teil des Rettungskreuzers ein leichter Überdruck erzeugt, um das Eindringen von giftigen Dämpfen zu verhindern.
Mitte der achtziger Jahre wurden die Tochterboote zu Selbstaufrichtern umgebaut. Dazu wurden Teile des Vordecks nach oben gezogen und der Aufbau nach achtern verlängert und geschlossen. Dadurch wurde der Auftrieb soweit erhöht, daß sich das Boot aus jeder Lage (auch kieloben) selbständig wieder aufrichten kann. Eine Eigenschaft, die mittlerweile für jeden Rettungskreuzer und jedes Tochterboot gilt.
Mittlerweile ist keines der drei oben genannten Schiffe mehr im Einsatz. Die "Adolph Bermpohl" wurde 1989 an den finnischen Rettungsdienst verkauft und auf den Namen "Russarö" umgetauft. Dort dient es in erster Linie als Ausbildungsschiff. Ob es dort immer noch im Einsatz ist, ist mir nicht bekannt. Die "Georg Breusing" liegt als Museumsschiff im Hafen vom Emden und die "Arwed Emminghaus" wurde meines Wissens nach, ebenfalls an einen ausländischen Rettungsdienst verkauft. Die Schiffe wurden durch Neubauten der 27m-Klasse (Typ "Berlin") ersetzt.
 
Quelle Internet                        .
     

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